Das Geschäftsjahr eines Unternehmens unter die Lupe nehmen und bei Auffälligkeiten sofort nachforschen? Genau das findet Jan Thomée spannend. Er strebt den Beruf des Wirtschaftsprüfers an und studiert an der Hochschule Bochum den Masterstudiengang Accounting, Auditing and Taxation (MAAT). Jan Thomée: „Das Studium ist ideal auf das abgestimmt, was ich beruflich anstrebe. Einzelne Studienleistungen werde ich mir voraussichtlich sogar auf mein späteres Examen an der Wirtschaftsprüferkammer anrechnen lassen können.“
Eine Affinität für Zahlen, Interesse an Rechnungslegungs- und Bilanzierungsthemen, die Fähigkeit, sich schnell in die geschäftlichen Aktivitäten von Unternehmen einzuarbeiten und Neugier, wirtschaftliche Zusammenhänge zu analysieren - all das sollten angehende Wirtschaftsprüfer*innen mitbringen. „Der Beruf des Wirtschaftsprüfers ist genau das Richtige für mich“, da ist sich Jan Thomée sicher. Heute. Denn als er seine akademische Laufbahn an der Hochschule beginnt, ist sein Plan ein anderer. Sein Bachelorstudium Betriebswirtschaftslehre studiert er mit dem Ziel, später im Personalwesen zu arbeiten. Bis er in höheren Semestern ein Praktikum absolviert. „Das war meine erste praktische Erfahrung bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, seitdem bin ich Feuer und Flamme für den Beruf des Wirtschaftsprüfers“, beschreibt Jan Thomée die Motivation für sein heutiges Masterstudium. „Die Wirtschaftsprüfung ist eine Branche mit einer steilen Lernkurve. Man hat sehr schnell spannende Aufgaben und Fragestellungen auf dem Schreibtisch und erhält dabei tiefe Einblicke in verschiedenste Unternehmen. Teilweise gehen Wirtschaftsprüfer*innen ihrer Tätigkeit auch direkt vor Ort bei den Mandanten nach.“
Wirtschaftsprüfer*innen in ihrer klassischen Funktion prüfen Jahres- und Konzernabschlüsse und testieren bei positiver Prüfung die einwandfreie Abbildung der Geschäftstätigkeit. „Die Wirtschaftsprüfer*innen bestätigen, dass der jeweilige Abschluss den gesetzlichen Vorschriften entspricht, dass nationale wie internationale Rechnungslegungsgrundsätze eingehalten und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens richtig widerspiegelt werden, ebenso wie künftige Chancen und Risiken“, erzählt Jan Thomée. Der Masterstudent ist aktuell im vierten Semester. „Der Master bringt mich meinem Berufswunsch einen großen Schritt näher. Der Studiengang Accounting, Auditing and Taxation bietet mir die Chance, mich auf die Fächer zu fokussieren, die mir Spaß machen – Rechnungslegung, Prüfung und Steuern.“
Jan Thomée: „Der Master bietet mir über den Beruf des Wirtschaftsprüfers hinaus top Perspektiven.“
In dem viersemestrigen Masterstudium erwerben die Studierenden breite Kenntnisse in den Schwerpunkten nationale und internationale Rechnungslegung, Controlling, Prüfung sowie Unternehmensbesteuerung. Zudem vertiefen sie ihr Wissen in der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre sowie im Wirtschaftsrecht. „Wir bearbeiten dort viele praxisnahe Fallstudien, die wir eigenständig lösen und im Plenum mit den Lehrenden besprechen.“ Jan Thomée schätzt die kleinen Gruppengrößen im Masterstudium. „Jeder kennt jeden unter den Kommiliton*innen und auch die Professor*innen kennen uns mit Namen. Trotz anspruchsvollem Lernpensum existiert eine angenehme Lernkultur, in der auch mal ein Scherz fällt oder ein persönlicher Dialog mit Professor*innen entsteht. Die von den Lehrenden ausgewählten Fallstudien sind eine gute Vorbereitung auf die Berufspraxis.“ Jan Thomée arbeitet neben dem Studium als Werkstudent bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. „Dort merke ich bereits jetzt, dass ich mit dem Wissen aus meinem Studium sehr gut auf die Praxis vorbereitet bin. Wir lernen im Studium auch viel fürs Wirtschaftsprüferexamen. Mit dem Masterstudium habe ich den Vorteil, dass die Professor*innen mir Inhalte aus dem Examen vermitteln, dass ich mich bei Fragen an sie als Expert*innen wenden kann. Ohne dieses Masterstudium müsste ich mir vieles fürs Examen selbst beibringen. Außerdem kann ich mit dem Masterabschluss bereits nach dreijähriger praktischer Tätigkeit die Zulassung zum Wirtschaftsprüfer beantragen, ohne das Masterstudium bräuchte ich zunächst ein weiteres Jahr Berufserfahrung.“
Das Wirtschaftsprüferexamen besteht aus sieben Klausuren. „Mit dem Masterstudium kann ich mir die Studienleistungen für angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht eventuell nach § 13b der Wirtschaftsprüferordnung anerkennen lassen“, erläutert Jan Thomée. Diese Möglichkeit muss für jeden Studierendenjahrgang von der Wirtschaftsprüferkammer neu genehmigt werden. Die Hochschule Bochum setzt sich jedes Jahr dafür ein und hat bisher auch immer ein positives Votum erhalten, kann dies den Studienanwärtern jedoch im Vorhinein nicht garantieren. Das Wirtschaftsprüferexamen reduziert sich im positiven Fall auf zwei Klausuren „Wirtschaftliches Prüfungswesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht“ sowie zwei Klausuren „Steuerrecht“.
Jan Thomée hält sich mit dem Masterstudium auch einen Plan B offen. „Das Studium ist auf das Tätigkeitsgebiet der Wirtschaftsprüfung ausgelegt und wird von der Wirtschaftsprüferkammer mitgestaltet. Der Master hält aber noch viele weitere Wege offen. Ich könnte nach einer Tätigkeit in der Wirtschaftsprüfung zum Beispiel in die Wirtschaft wechseln und als Steuerberater, im Konzernrechnungswesen oder Controlling, in der Unternehmensberatung oder in den Bereichen Mergers & Acquisitions oder Investor Relations arbeiten. Darüber hinaus qualifiziert der Master für eine Promotion. Der Master bietet mir über den Beruf des Wirtschaftsprüfers hinaus top Perspektiven.“
Bericht: Daniela Schaefer, Online-Redakteurin